Glück ist, wenn der Bass einsetzt. Druckvoller Bass bereitet Freude, doch gerade in diesem Frequenzbereich entstehen bei der Widergabe auch die meisten Probleme. Vor allem kleinere Räume tragen zu einer Verminderung der Basswiedergabe bei. Hier entstehen stehende Wellen. Doch was genau sind stehende Wellen?

Wenn man von einer stehenden Welle spricht, meint man eigentlich eine bestimmte Art der Reflexion. Die Welle wird so hin und her geworfen, dass sie lediglich den Eindruck erweckt im Raum stehen zu bleiben. Dies geschieht übrigens nicht nur bei parallelen Wänden! Ist der Raum groß genug, hebt sich die Wirkung der stehenden Wellen auf. Allerdings benötigt man dafür schon einen Konzertsaal. Basswellen sind enorm lang (bis zu mehrere Meter). Sie ignorieren jegliche Gegenstände innerhalb eines Raumes und breiten sich ungehindert aus. Die beste Lösung ist also Dämpfung. Stehende Wellen die nicht gedämpft werden, weisen ortsabhängig extrem unterschiedliche Schalldruckpegel auf. Je nach Hörposition kann es also sein, dass es extrem dröhnt oder der Bass komplett fehlt. Zusätzlich klingt der Bass extrem verwaschen und verliert an Druck und Impulsgetreue durch die zu hohe Nachhallzeit.

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Eine stehende Welle erster Ordnung erzeugt hohen Schalldruck direkt an der Wand durch Druckstau. In der Mitte des Raumes verschwindet der Schalldruck allerdings komplett.

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Eine stehende Welle zweiter Ordnung hat sowohl in der Mitte des Raumes als auch an den Wänden ein Schalldruckmaximum. Jeweils eine viertel Raumlänge entfernt von der Wand verschwindet der Schalldruck komplett.

Hohe Frequenzen bekommt man sehr leicht in den Griff. Durch die extrem langen Schallwellen tiefer Frequenzen benötigt man allerdings spezielle Bassfallen um den Bass zu “zähmen”. In der neuen Musik-& Tanzschule: AGGI sind wir gerade dabei ein Tonstudio für professionelle Aufnahmen einzurichten. Und auch hier fangen wir von unten an. Ein professionelles Tonstudio weist in erster Linie eine homogene Nachhallzeit über den hörbaren Frequenzbereich auf und muss nicht schalltot klingen! Noppenschaumstoff ist nur bedingt geeignet, da die Absorptionswirkung nur bei hoher Dicke über ein breites Frequenzspektrum geeignet ist. Meistens hört sie unterhalb von 500 Hz auf. Das Ergebnis ist ein dumpfer, lebloser klang mit verwaschenem, unpräzisen Bass.

Deshalb haben wir in der Musik- & Tanzschule: AGGI eine Wand aus Helmholtzresonatoren gebaut. Helmholtzresonatoren sind hervorragend zur Bassdämpfung geeignet. Sie zählen zu den Resonanzabsorbern. Der Hohlraum wirkt als Feder und die Luft in den Löchern stellt die schwingende Masse dar. Dadurch ergibt sich ein Masse-Feder-System mit einer Resonanzfrequenz. Wir haben unsere Helmholtzresonatoren so ausgelegt, dass sie ein möglichst breites Spektrum an tiefen Frequenzen relativ gleichmäßig absorbiert. Man kann sie auch so dimensionieren, dass sie nur sehr schmalbandig mit hoher Absorption wirken. Heute sind wir endlich dazu gekommen eine Nachmessung der Ausklingzeit tiefer Frequenzen vorzunehmen. Das Ergebnis ist beeindruckend.

Anhand eines Wasserfalldiagramms kann man den Verlauf tiefer Frequenzen darstellen. Dabei handelt es sich um ein dreidimensionales Diagramm. Wir sehen den Frequenzbereich, den Zeitbereich und die Amplitude jeweils auf einer eigenen Achse. Vor der Helmholtzwand sah das Wasserfalldiagramm folgendermaßen aus:

wasserfalldiagrammvorherWir sehen das Ausklingen tiefer Frequenzen unterhalb von 200 Hz. Man erkennt deutliche Einbrüche in der Amplite der einzelnen Frequnzen. Die stehende Wellen sind stark ausgeprägt. Selbst nach 1000 ms (also einer Sekunde) schwingen einzelne Frequnzen noch nach. Insgesamt ist die Nachhallzeit deutlich zu lang.

Nachdem wir eine Helmholtzwand eingebaut haben, ergab sich folgendes Bild:

wasserfalldiagrammnachherDer Amplitudenverlauf wurde insgesamt etwas geglättet und die Einbrüche sind nicht mehr so stark ausgeprägt. Am auffälligsten ist allerdings die deutliche Reduktion der Ausklingzeit auf 500 – 600 ms. Sie wurde also fast halbiert. Das Ergebnis ist ein deutlich präziserer, druckvollerer Bass.

Und so sieht die Helmholtzwand zunächst noch aus. Demnächst wird sie noch weiß gestrichen, damit sie sich auch optisch in die Räumlichkeit einbindet.

Helmholtzresonatoren als Rückwand

Helmholtzresonatoren als Rückwand

Möchten auch Sie von einem präzisen, druckvollen Bass in ihren eigenen Räumlichkeiten profitieren? Setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung und wir vereinbaren ein kostenloses Beratungsgespräch innerhalb einer Entfernung von 20 km. Natürlich optimieren wir auch den restlichen Frequenzbereich für perfekten Musikgenuß in ihren eigenen vier Wänden. Die Optimierung der Raumakustik verbessert das heimische Musikerlebnis um mindestens 80 % !

Audiospektrum – klingt gut.